Einem frischen Blick von außen und dem festen Willen, sich sozial zu engagieren, sind es zu verdanken, dass seit nunmehr zehn Jahren Schulsozialarbeit an katholischen Schulen im Erzbistum Berlin existiert.

Die erfolgreiche Geschichte des gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfeträgers Theophanu gGmbH ist eng mit der des Gründerehepaares Dr. Gabriele und Dr. Georg Pollert verbunden. So ist es Gabriele Pollert, die nach ihrem Umzug aus Süddeutschland in die Hauptstadt das hiesige Angebot an konfessionellen Schulen in Augenschein nimmt. Das Fehlen von Schulsozialarbeit lässt in der promovierten Erziehungswissenschaftlerin und Sozialarbeiterin den Plan reifen, das zu ändern. Erfahrung hat sie aus dem Erzbistum Freiburg mitgebracht: Dort hatte sie bereits Schulsozialarbeit in einem vom Europäischen Sozialfonds geförderten Modellprojekt angestoßen.

Die Geschichte der Theophanu gGmbH Wie die Sozialarbeit an katholische Schulen im Erzbistum Berlin kam. Für die finanzielle Basis sorgt ihr Mann Dr. Georg Pollert, der als erfolgreicher Unternehmer über die notwendigen Mittel verfügte.

Gabriele Pollert bringt 2007 Schulsozialarbeit an katholische Schulen im Erzbistum Berlin. Vorausgegangen sind viele Gespräche. Gerade von Seiten des Schuldezernats ist ihr zunächst Skepsis entgegengebracht worden. Ganz anders ist die Resonanz der Schulleiter, die einen großen Bedarf für ihre Einrichtungen sehen. So lässt sich Gabriele Pollert nicht beirren und stellt die ersten beiden Sozialpädagoginnen ein. An der katholischen Grundschule St. Franziskus in Berlin-Schöneberg und der katholischen Oberschule St. Marien in Berlin-Neukölln feiert die Theophanu schließlich Premiere.

Innerhalb von fünf Jahren entwickelt sich die Theophanu dank Sponsorings und öffentlicher Zuwendungen zu einem stabilen und anerkannten Kinder- und Jugendhilfeträger. Für den guten Ruf sorgen die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter durch ihre qualitative und kompetente fachliche pädagogische Arbeit. Auch die Verantwortlichen im Erzbischöflichen Ordinariat sind nun restlos überzeugt und übernehmen einen Teil der Personalkosten.

Das Wirken von Gabriele Pollert und ihren Mitarbeitern spricht sich über die konfessionellen Grenzen hinaus, so dass im Jahr 2013 mit der Förderschule Pritzhagen/MOL die erste staatliche Einrichtung mit dem gemeinnützigen Träger Theophanu zusammenarbeitet. Weitere sollen folgen.
Parallel konzipiert die Theophanu-Geschäftsführerin 2007 die Christliche Montessori Kindertagesstätte senfkorn e.V. mit und übernimmt sie 2017 in deren Trägerschaft.
Schließlich hat die Theophanu einen Grad an Wachstum erreicht, dass sie nach zunächst kooperativer Mitgliedschaft im Jahr 2016 zum vollwertigen Mitglied im Caritasverband wird. Der Kinder- und Jugendhilfeträger der Pollertʼs ist nach zehn Jahren sowohl im konfessionellen als auch im staatlichen Bildungsbereich in Berlin und Brandenburg etabliert.

Für Gabriele Pollert ist das ein guter Zeitpunkt, sich langsam aus der Geschäftsführung zurückzuziehen. Einen Teil der geschäftsführenden Aufgaben hat sie daher bereits an Annette Schymalla übergeben. Damit die familiäre Verbundenheit der Pollertʼs mit der Theophanu gGmbH bestehen bleibt, haben diese 2015 eine Stiftung gegründet, die als Gesellschafter eingesetzt wird und der laut Satzung immer ein Familienmitglied vorsteht.